| Papiertapeten | Profiltapeten | Textiltapeten |
| Spezialtapeten | Vliesfasertapeten | Einleitung |
Vliesträger-Wandbekleidungen
Das Tapezieren mit Vliesträger-Wandbekleidungen: Bedruckte und strukturierte Oberflächen ermöglichen eine kreative Gestaltungsvielfalt. Die Vliesmaterialien sind dimensionstabil, leicht zu tapezieren, rissüberbrückend und bei der Renovierung restlos trocken abziehbar.
Die Vliesträger bestehen aus speziellen Zellstoff- und Polyesterfasern, die mit polymeren Bindemitteln gefestigt sind. Sie sind PVC- und formaldehydfrei, lösemittelfrei sowie ohne Schwermetallverbindungen.
Zwei Varianten sind zu unterscheiden:
Vliesfaser-Tapeten
Immer mehr findet man in den Musterkollektionen Tapeten mit einem Spezialvlies-Trägermaterial, aus dem auch diverse Borten gefertigt werden. Optische Eleganz und rationelles Verarbeiten kennzeichnen diese neue Generation der Wandbekleidungen. Die farbig bedruckten Oberflächen der Leichtstruktur-Softfasertapeten sind ausreichend scheuer- und gut lichtbeständig, druckstabil und dauerflexibel.
Vlies-Strukturwandbeläge
Die Vlies-Strukturwandbeläge verbinden die Vorteile anderer Materialien, z.B. Glasgewebe, mit einer einfachen, sicheren und kostensparenden Verarbeitung. Es gibt sie von verschiedenen Herstellern in einer Vielzahl an Dekoren, Dessins und in unterschiedlichen Abmessungen (z.B. 1,06 >< 25,00m als marburg Patent-Vlies-Struktur-Wandbelag) oder mit geprägten Strukturen (z.B. Erfurt-Vliesfaser 0,76 x 25,00m).
Eignung und Eigenschaften
Die Vliesmaterialien eignen sich für alle Innenputze, Tapezierbeton, Gipskarton- und Gipsbau-Platten, Weichfaser-, Hartfaser-, Tischler- und Spanplatten sowie Untertapeten. Vliesmaterialien machen empfindliche Untergründe (z.B. Untertapeten, stoßempfindliche Putze oder Weichfaserplatten) druck- und stoßresistenter. In Verbindung mit geeigneten Beschichtungsstoffen (z.B. Dispersions-, Latex- und Acrylfarben) sind die Vlies-Wandbekleidungen nach dem Oberstreichen sehr strapazierfähig. Kleine Haar- und Netzrisse (Rißgruppe 1) und Putz- bzw. Stoßfugen bei Plattenelementen können elegant überbrückt werden.
Weitere Eigenschaften im Überblick:
Untergründe und Klebemittel
Die Anforderungen an den Untergrund: Er muß sauber, trocken und tragfähig sein - d.h. alte Tapeten restlos beseitigen, Leimfarbenanstriche abwaschen und lose Anstriche entfernen. Stärker saugende, leicht kreidende oder sandende Untergründe sind mit einem wasserverdünnbaren Grundiermittel zu festigen. Ständig feuchte Untergründe sind für eine Verklebung nicht geeignet. Rauhe Untergründe mit gipshaltigen Spachtelmassen glätten. Kalk- oder zementhaltige Spachtelmassen wären ungeeignet, weil sie durch ihre Alkalität zu Verfärbungen führen können. Besonders bei hellgrundigen, fertigen Vlies-Wandbekleidungen ist ein einheitich heller Untergrund erforderlich, der durch einen pigmentierten Tapetengrund oder eine Rollenmakulatur zu erzielen ist. Zum Verkleben ist allgemein Spezialkleister im Ansatzverhältnis 1:20 zu empfehlen. Bei nicht oder schwach saugenden Untergründen sollte ein Zusatz von ca. 10-20% Dispersionskleber zugesetzt werden. Neuere Kleber (z.B. Henkel TT, Glutolin GTX) können in den vorgeschriebenen Ansatzverhältnissen ohne Dispersionskleberzusatz eingesetzt werden.
Verarbeitungstechnik
Die zugeschnitttenen Bahnen sind fortlaufend und nicht gestürzt zu
leben. Die Verarbeitung kann in der Wandlebetechnik koder durch Einkleistern der
Rückseite erfolgen, dann vorzugsweise rationell im Kleistergerät.
Zu beachten ist, dass die Vleis-Rückseite ein anderes - meist stärkeres - Saugverhalten
hat wie eine Papierrückseite. Nach dem Einkleistern kann die Tapete ohne Weichzeit direkt
verklebt werden. Bei der Wandlebetechnik wird der Kleister mit einer Bürste oder einem
Farbroller bahnenweise auf den Untergrund gebracht. Die mit ca. 5-10 cm Zugabe
geschnittenen Bahnen mit der Vliesseite nach außen aufrollen, die Bahnen in das frische
Klebemittel einlegen und unter lotrechtem Abrollen mit der Moosgummiwalze blasenfrei
andrücken. Nachfolgende Bahnen sind auf Stoß zu tapezieren. Innenecken und Außenecken
sollten ca. 8 bis 10cm umklebt werden, um die nachfolgenden Bahnen ca. 4 bis 6cm überlappend
anzusetzen und in der Doppelnaht mit einem Gleitfußmesser durchzuschneiden. Dann
die Verschnittstreifen abziehen und eventuell etwas Klebemittel nachstreichen. Die
Überstände an Decken, Fußleisten oder Fenster lassen sich mit dem Cuttermesser entlang
eines Tapezierspachtels exakt beschneiden.
Bei den überstreichbaren Materialien:
Nach guter Durchhtrockenung kann ein ein- bis zweimaliger Anstrich aufgerollt werden.
Vlies-Wandbekleidungen sind bei der Renovierung restlos trocken abziehbar. Die Bahn löst
man an Ober- oder Unterkante vom Untergrund. Sie wird mit gleichmäßigem Zug abgezogen.
Der Untergrund wird nicht beschädigt und ist für die nächste Tapezierung direkt
tapezierfähig.